Geschichte, die man schmecken kann.

Mit einer Zugreise starteten Schüler der Klassen für Sprache und Integration am BZTG in einen außergewöhnlichen Schultag. Dass am Ende der Schrittzähler stolze 20.000 Schritte anzeigen würde, ahnte auf der Hinfahrt noch niemand. Das Ziel: das Museumsdorf Cloppenburg.

Kaum angekommen, ging es direkt in die Praxis. Unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ erkundeten die Schüler, wie mühsam das Leben und Arbeiten in früheren Zeiten war. Nach einer thematischen Einführung in die Geschichte der Brotherstellung und das damalige Alltagsleben wurde selbst Hand angelegt. Die Schüler kneteten den Teig und formten eigene Brotlaibe. Dabei entstanden ganz unterschiedliche Formen – ein wunderbarer Spiegel der Vielfalt der Gruppe und zugleich der perfekte Anknüpfungspunkt für den interkulturellen Austausch.

Lebhaft diskutierten die Jugendlichen darüber, wie Brot in ihren Herkunftsländern geformt und gebacken wird und welche tiefe Bedeutung dieses Grundnahrungsmittel weltweit besitzt. So entstanden spielerisch Brücken zwischen den Kulturen. Das Highlight ließ nicht lange auf sich warten: Der historische Steinofen glühte bereits. Die Schüler durften den Ofen mit den Werkzeugen von damals selbst vorbereiten. Sie holten die Kohle heraus, fegten und wischten die Backfläche sauber und machten schließlich den traditionellen Mehltest, um zu prüfen, ob der Ofen auch heiß genug war. Kaum waren die Brote fertig gebacken, wurden sie noch warm an Ort und Stelle gekostet – ein kulinarisches Erlebnis, das allen Sinnen schmeichelte.

Frisch gestärkt durch das eigene Brot wartete der zweite Teil des intensiven Programms. Auf den weiten Wegen über das weitläufige Museumsgelände vertieften die Schüler ihr Wissen über das historische Handwerk und erhielten faszinierende Einblicke in das Thema „Schule damals“. Die fachkundige Führung machte die historischen Kulissen lebendig und die komplexen Begriffe wurden im direkten Anschauen begreifbar. Auf dem Gelände gab es an jeder Ecke etwas zu entdecken – von den alten Werkzeugen der Zimmerleute bis hin zu den mächtigen Windmühlen.

Nach zehntausenden Schritten, viel frischer Luft und historischen Eindrücken fand der ereignisreiche Tag bei einem gemütlichen gemeinsamen Essen seinen runden Abschluss, bevor die müde, aber glückliche Gruppe die Rückfahrt mit dem Zug antrat. Zurück bleibt das Gefühl, dass diese Klassengemeinschaft ein großes Stück enger zusammengewachsen ist.

Dieses außerschulische Lernprojekt wurde durch die großzügige Unterstützung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ermöglicht. Ein herzlicher Dank gilt dem Verband für dieses Engagement, mit dem die Teilhabe und die integrative Arbeit der Klassen unbürokratisch gefördert werden konnten.